Kaiserwetter für Gumpoldskirchner Senioren: Ein Ausflug voller Geschichte, Genuss und Gemütlichkeit
Bei strahlendem Kaiserwetter unternahmen 38 Gumpoldskirchner Senioren einen unvergesslichen Busausflug, der sie tief in die Geschichte der Wiener Wasserversorgung und die raue Schönheit des Höllentals führte.
Der erste Halt des Tages war das Wasserleitungsmuseum in Kaiserbrunn. Dort tauchten die Teilnehmer in die faszinierende Geschichte der ersten und zweiten Wiener Hochquellwasserleitung ein. Sie erfuhren, wie das kristallklare Wasser aus den Alpen bis in die Bundeshauptstadt gelangte und welche technischen Meisterleistungen dafür notwendig waren. Besonders beeindruckend war die Erzählung über den "Raxkönig" und die schweren Lebens- und Arbeitsbedingungen im Höllental zur damaligen Zeit, die den Senioren ein lebendiges Bild der Vergangenheit vermittelte. Während dieser fesselnden Darbietung wurden die Senioren zudem mit einem frisch zubereiteten Sterz verwöhnt – eine authentische Stärkung, die perfekt zur Thematik passte.
Wenn vom "Raxkönig" die Rede ist, ist damit in erster Linie Georg Hubmer (1755-1833) gemeint. Er war ein österreichischer Schwemmunternehmer und gilt als Pionier in der Erschließung des Höllentals für die Holzgewinnung und den Holztransport.
Hier sind die wichtigsten Fakten über Georg Hubmer, den "Raxkönig":
- Holzunternehmer und Innovator: Hubmer erschloss um 1800 das unwegsame Höllental für die Gewinnung von Kohlholz, das für die aufstrebende Industrie in Wien und Umgebung benötigt wurde. Er war maßgeblich an der Organisation des Holztransports durch das schwierige Gelände beteiligt, indem er Schwemmkanäle, Holz- und Wasserriesen, Holzrechen und Klausen baute.
- Erbauer des längsten Tunnels Österreichs: Eine seiner bemerkenswertesten Leistungen war der Bau eines 430 Meter langen Tunnels, der den Holztransport durch das Höllental erheblich erleichterte. Dieser Tunnel war zu seiner Zeit der längste in Österreich und zeugt von Hubmers ingenieurtechnischem Pioniergeist.
- Gründer von Naßwald: Georg Hubmer gründete die Rotte Naßwald in einem Nebental des Höllentals, wo sich die Holzknechte ansiedelten.
- Der "Raxkönig"-Titel: Seinen Beinamen "Raxkönig" erhielt er durch den Roman "Der Raxkönig" von Ottokar Janetschek aus dem Jahr 1929, der seine Geschichte als einfacher Holzknecht, der durch Willenskraft, Erfindergeist und Fleiß zu einem erfolgreichen Unternehmer wurde, popularisierte.
- Bedeutung für die Wiener Wasserleitung: Obwohl Georg Hubmer direkt mit dem Holztransport und nicht mit dem Bau der Wiener Wasserleitungen in Verbindung gebracht wird, spielte das von ihm erschlossene Rax- und Schneeberggebiet später eine entscheidende Rolle als Quellgebiet für das Wiener Hochquellwasser. Die Bewirtschaftung und der Schutz dieses Gebiets waren und sind essentiell für die Wasserversorgung Wiens. Das Wasserleitungsmuseum in Kaiserbrunn, wo die Senioren waren, liegt im Herzen dieses wichtigen Gebiets und erzählt auch die Geschichte der Nutzung der dortigen Ressourcen.
Auf der Heimfahrt ließen die Senioren den erlebnisreichen Nachmittag bei einem gemütlichen Heurigen in Kottingbrunn ausklingen. Bei regionalen Spezialitäten und einem guten Glas Wein konnten sie die Eindrücke des Tages Revue passieren lassen und sich angeregt über die gewonnenen Erkenntnisse austauschen.
Dieser Ausflug bot den Gumpoldskirchner Senioren nicht nur eine informative Reise in die Vergangenheit und einen kulinarischen Genuss, sondern auch die Möglichkeit, bei herrlichem Wetter die Gemeinschaft zu genießen und neue Energie zu tanken. Es war ein rundum gelungener Tag voller Bildung, Kultur und Geselligkeit.
Copyright Fotos: Binder, Hofer, Promitzer;Tremmel

